Transfer nach Ulaanbaatar

Unsere Zeit in Usbekistan ging nach 1.5 Wochen dann auch zu Ende und es war Zeit in Richtung Ulaanbaatar aufzubrechen. Da Reisen in diese Richtung wohl nicht gefragt sind und wir aus Visumsgründen bereits eine Teilstrecke gebucht hatten, kündigte sich eine anstrengende Reise an.

Air Astana Flugzeug mit Schneeleoparden-Schnauze
Air Astana Flugzeug mit Schneeleoparden-Schnauze

Als erstes flogen wir von Taschkent über Almaty nach Bishkek. Die Zugstrecke war uns da nämlich doch etwas zu abenteuerlich. In Bishkek wurden wir dann gleich wieder von einer Horde Taxifahrer angefallen. Diesmal war’s wirklich sehr ärgerlich, auf der Flucht haben wir dann via App (Yandex) ein Taxi geordert. Ein Glücksfall, wir hatten mit dem Taxichauffeur (Ahman) via Google-Translate sogar sowas wie eine angeregte Diskussion (sollte jemand nach Bishkek reisen geben wir gerne seine Angaben durch ;-)). Er bot auch gleich an uns wieder zum Flughafen zu bringen, obwohl dort die Abfahrt im Hotel um 1:30 Uhr morgen vorgesehen war. 

In Bishkek hatten wir dann knappe 2 Tage Aufenthalt, die wir mit Einkaufen, Waschen, Trinken, Essen und Lesen verbracht haben. Pünktlich um 1:30 Uhr morgens am Abflugtag war dann unser Chauffeur vor der Tür und brachte uns zum Flughafen. Dort angekommen war unser Flug so verspätet, dass es erst gegen 5 Uhr morgens losging. Da zwischenzeitlich der Flug von der Anzeigetafel verschwand waren wir doch etwas beunruhigt, aber irgendwann ging’s dann los – mit an Bord die U23/U18 Basketballmannschaften von diversen Ländern. Die Weltmeisterschaften fanden zeitgleich mit unserem Aufenthalt in Ulaanbaatar statt.

Trotz verspäteter Ankunft befand sich unser Abholer am Flughafen und nahm uns mit ins Hotel. Nicht aber ohne mit mir (Patrick) ein Selfie gemacht zu haben.

Sukhbatar Park am Childrens Day
Sukhbatar Park am Childrens Day

Da am 1sten Juni der „Childrens-day“ war und die Innenstadt abgeriegelt, mussten wir den letzten Teil unserer Fahrt zu Fuss hinter uns bringen, da unser Hotel mitten in der Stadt war. An diesem Tag war wirklich Children first, zum Leidwesen von uns mit den schweren Rollkoffern, aber irgendwie schafften wir es doch in unser Hotel!

Ulaanbaatar

Gleich nach unserer Ankunft haben wir uns die Gegend um den Hauptplatz (Sukhbaatar Park) angeschaut. Da es so viele Kinder hatte, die auf alle erdenklichen Arten „bespasst“ wurden, und ausserdem schon Vorbereitungsmatches für die Basketball-WM stattfanden war ein Durchkommen ziemlich schwierig. Nichtsdestotrotz konnten wir die Innenstadt gut erkunden.

Sukhbatar Park vom Hotelzimmer aus
Sukhbatar Park vom Hotelzimmer aus

Nach der langen, beschwerlichen Reise wollten wir uns eigentlich am Abend ein Bier gönnen, mussten aber feststellen, dass in Ulaanbaatar jeweils am 1sten des Monats nirgends Bier ausgeschenkt oder verkauft wird. Dies ist auf die grossen Probleme im Land in Zusammenhang mit Alkohol zurückzuführen. In anderen Bezirken gibt es auch weitere Tage an denen kein Alkohol erhältlich ist. Zum Glück hatten wir eine Minibar im Hotelzimmer die sich nicht an das Verbot gehalten hat…

Am nächsten Tag trafen dann Regula und Reto (die Eltern von Selina) ein, welche Ulaanbaatar mit mehrtägigem (freiwilligen) Umweg über Moskau erreicht hatten. Schön nach den paar Wochen weg von Zuhause wieder bekannte Gesichter zu sehen, die uns auf einem Teil unserer Reise begleiten.

Start der Tour

Kurz nach dem Treffen mit Selinas Eltern tauchte auch schon bereits unser Guide Otgoo mit Fahrer auf um uns Ulaanbaatar zu zeigen. 

Auf den chronisch verstopften Strassen von Ulaanbaatar gings zuerst zum Gandantegchilen Kloster, wo uns der Buddhistische Glauben (der vorherrschende Glaube in der Mongolei) näher gebracht wurde. Wir durften sogar an der morgendlichen Zeremonie dabei sein (leider aber nicht fotografieren), spannend zu sehen, dass auch Junge den Weg zum Mönch einschlagen. Da die Zeremonie in tibetischer Sprache gehalten wird, können auch die anwesenden Mongolen wenig über den genauen Inhalt der Zeremonie angeben.

Gandantegchilen Kloster in Ulaanbaatar
Gandantegchilen Kloster in Ulaanbaatar

Anschliessend gings dann ins naturhistorische Museum wo Otgoo uns die Geschichte der Mongolei von den Urnomaden über Dschingis Khan, der Sowjetischen Ära bis in die Unabhängigkeit näherbrachte. 

Nach einer stärkenden Mahlzeit, der Fokus liegt auch hier auf dem Fleisch, gings weiter dann auf einen Aussichtspunkt, von wo wir grosse Teile Ulaanbaatars überblicken konnten, was für eine Riesenstadt!

Am Abend konnten wir dann nochmals die Stadt geniessen, unser Einkäufe machen, bevor es dann am Folgetag in Richtung Süden ging.

Hiking

Nach unsere vorläufigen letzten Nacht im Hotel gings los auf eine länger Wanderung. Aber zuerst mussten wir die Stadtgrenze (und leider die asphaltierten Strassen) hinter uns lassen.

Die Wanderung hatte einiges zu bieten, vom zugefrorenen Bach bis einsamen Bergspitzen mit Sicht auf Teile von Ulaanbaatar war alles dabei. Mit etwas über 15 km war die Wanderung auch nicht gerade was für Anfänger. 

Gipfel vom Tsetsee Gun
Gipfel vom Tsetsee Gun

Nach dem Hike den wir alle gut weggesteckt haben gings dann in unser erstes Jurten- (bzw. „Ger” wie die Mongolen sagen) Camp. Das sollte ein kleiner Vorgeschmack sein auf was unser die nächsten Tage erwarten sollte. Das Essen war super, die Jurte wurde mit Hilfe des Ofens auf Temperatur gebracht, die sanitären Anlagen waren in Ordnung (leider gabs aber an diesem Tag kein Warmwasser). Dank unserem Schlafsack haben wir super geschlafen, auch wenn am Morgen (der Ofen hält nur bis ca. 3-4 Uhr morgen warm) dann die Temperatur wohl so bei 5° C lag. Unsere erste Jurten-Nacht war überstanden!

Granit-Formationen

Nach dem Wandern kam unser erster Fahrtag, es galt ein paar 100 km auf mehrheitlich unbefestigten Strassen zurückzulegen. Für jeden Offroad-Fahrer ein Genuss, für uns Insassen eher ein holpriges notwendiges Übel. Unser Mitsubishi Delicia meisterte aber dies ohne weitere Probleme und hatte mit etwas würgen auch genug Platz für unser doch sehr umfangreiches Gepäck und total 6 Personen.

Mitsubishi Delicia (unser Wüstenmobil)
Mitsubishi Delicia (unser Wüstenmobil)

Kurz vor der Ankunft im nächsten Camp kamen bei einem Fotostopp Kinder einer nahegelegen Jurte auf uns zu. Wenig später sassen wir bereits bei der Nomadenfamilie beim Tee (mit Milch/Butter & Salz) und nomadischen Leckereien. Spannend zu sehen wie die Nomaden in ihren Zelten Tradition (Jurte, Ofen, Schränke, Betten) mit der Moderne (Solarzellen, Fernseher, Kühlschrank, Motorrad) verbinden. Die Jurte aber hat sich aber bewährt und wie wir in der Folge selber erlebten ist diese Wohnform perfekt auf das Nomadenleben abgestimmt.

Besuch bei einer Nomadenfamilie
Besuch bei einer Nomadenfamilie

Nach einer Stärkung im nächsten Camp besuchten wir das Granitgebirge, wo wir auch ein wenig zum Klettern kamen. Eine absolut eindrückliche Gegend mit bizarren Felsformationen. 

Granitgebirge
Granitgebirge

Weisse Stupa

Die nächste Attraktion auf unserer Liste war die weisse Stupa, ein paar 100 km entfernt. Auf dem Weg dorthin fiel uns ein edler Tempel am Horizont auf. Kurzerhand waren wir dort auf Besichtigung, dank dem anwesenden Mönch durften wir diesen Tempel auch besuchen. Dank noblen Spendern, war dieser Tempel sogar mit Aquarium ausgestattet.

Bald darauf waren wir bei der weissen Stupa angekommen, glücklicherweise waren wir wieder fast alleine, da die Touristensaison erst später anfängt. Bizarre Lehmformationen warteten dort darauf von uns erkundet zu werden, auch das Klettern kam dank Patricks Abenteuerroute nicht zu kurz. Unzählige Fotos und Videos später gings dann ins nächste Ger-Camp. Ohne Lichtverschmutzung gelangen ein paar schöne Sternbilder!

Weisse Stupa
Weisse Stupa

Geierschlucht

Die Geierschlucht war unser nächstes Ziel, da wir uns bereits in der Gobi-Wüste befanden, konnten wir bald schon die ersten Kamele von die Linse nehmen. Da diese aktuell noch nicht geschoren sind sehen diese etwas „speziell“ aus. Beim nächsten Tankstopp erkannten wir massiven Flüssigkeitsverlust bei unserem Fahrzeug. Ein Stein hatte die Kühlwasserleitung getroffen, wie wir in der Folge erfuhren. Otgoo hat aber fix ein Restaurant für uns gefunden und die Behebung der Panne konnte essend überbrückt werden.

Geierschlucht
Geierschlucht

Baldschon hatten wir rumpelnd denn Einstieg zu Geierschlucht erreicht. Von da an gab es zwei Möglichkeiten weiterzugehen, auf dem Pferderücken oder per Pedes. Die lebhaften mongolischen Pferde waren nicht so unseres, so sind wir auf den Füssen durch die Schlucht gewandert, welche insgesamt 13 Km lang ist. Um diese Jahreszeit war immernoch viel Eis und nach ca. 5km war dann leider für uns kein Weiterkommen mehr. Die Eindrücke und die kreisenden Geier waren aber eindrücklich – ein schöner Ausflug!

Am Abend erwartete uns das Gobi Mirage Ger Camp, welches wir für uns alleine hatten – auch mal eine gute Abwechslung. Otgoo führte uns an diesem Abend in die Nomadenspiele (mit Schafknochen (Sprunggelenke)) ein. Tausende Spiele soll es damit geben!

Singende Dünen

Am nächsten Tag stand eine der absoluten Highlights der Reise an, die singenden Dünen. Natürlich gabs auch diesmal zuerst viele Kilometer lang Staub zu „fressen“ und die mongolische Massage (durch die schlechten Strassen) zu geniessen. Aber die Dünen haben für alles entschädigt, was für ein Ausblick, was für ein anstrengendes Hochsteigen. Den Gesang haben wir nur kurz gehört, da vieles dazu stimmen muss, aber wir waren überwältigt.

Singende Dünen
Singende Dünen

Am Abend standen Sonnenuntergangsmotive an!

Sonnenuntergang in der Gobi-Wüste
Sonnenuntergang in der Gobi-Wüste

Am darauffolgenden Tag durften wir die Dünen nochmals bewandern und waren gerade rechtzeitig zurück im Camp bevor ein veritabler Sandsturm losging. Den Jurten machte das aber gar nicht aus – anders als unseren Augen… 

Flammende Klippen

Unsere letzte Gobi-Attraktion waren die flammenden Klippen. Bekannt durch ihre rote Farbe aber auch weil dort Versteinerungen von Dinosaurier-Eiern gefunden wurden. Ein mystischer Ort – perfekt für eine weitere Wanderungen von uns, natürlich gabs auch hier zahlreiche Foto-Spots!

Flammende Dünen
Flammende Klippen

Abschluss der Tour

Am Tag nach den flammenden Dünen hiess es dann Abschied nehmen von der Wüste Gobi und die letzten Tage nördlich von Ulaanbaatar ausklingen zu lassen. In einer Luxusjurte am Tuul Fluss konnten wir mit Pfeilbogenschiessen, Wandern und mit einem Kochkurs die letzten Tage Revue passieren lassen. Der Weg dahin und zurück war ein richtiges Abenteuer mit einem russischen Truck über Hügel und Flüsse!

Zurück in Ulaanbaatar standen dann noch ein Folkloreabend und ein gemeinsames Abendessen an, bevor dann alle in ihre Richtung weitergehen.

Essen & Trinken

In der Mongolei haben wir sehr schmackhaftes Essen vorgefunden, auch hier dominiert Fleisch die Speisekarte. Oft ist dem mageren Fleisch noch Fett beigemischt (häufig vom Schwanz der Fettschwanzschafe), was für uns anfänglich etwas sonderbar war. Aber daran gewöhnt man sich. Allgemein war das essen sehr bekömmlich und üppig. Zum Abschluss haben wir dann auch selber mongolische Teigtaschen kreiert, dies werden wir bestimmt zuhause nachkochen! Abschliessend; wir haben das essen gut vertragen und eigentlich alles ohne Probleme essen können, die Hygiene war grösstenteils in Ordnung.

Dinner mit „selbstgemachten“ Mongolischen Teigtaschen
Dinner mit „selbstgemachten“ mongolischen Teigtaschen

Geldversorgung

In Ulaanbaatar haben wir mehrheitlich in den Restaurant mit Karte (MasterCard Debit) zahlen können. Wenn auch teilweise nur nationale Karten akzeptiert werden. Aber ausserhalb der Stadt hiess es wieder Cash is King. Darum haben wir in Ulaanbaatar ausreichend Geld abgehoben. Bereits der zweite Bankautomat spukte Geld aus. Die Bankautomatgebühr war ebenfalls vertretbar.

Da die Wechselkurse in unserem Hotel vorteilhaft waren, hätte man problemlos auch Euro oder US-Dollar in Törög wechseln können.

Stromversorgung

Nicht in allen Camps gibts Strom, die Meisten sind nicht an das Stromnetz angeschlossen und behelfen sich Abends mit Generatoren. Wir waren froh um unsere Akku-Bank & unsere Solarzelle!

Mobilfunk & Internet

Über lange Abschnitte waren wir völlig von der Aussenwelt abgeschnitten, dank dem Satelliten-Kommunikator konnten wir dennoch Meldungen absetzen. Das Internet war durchs Band durch eine grosse Geduldsprobe, aber das waren wir uns schon gewohnt…

Garmin Inreach Mini auf der singenden Düne
Garmin Inreach Mini auf der singenden Düne

Abschliessender Eindruck

Ein sehr vielseitiges, dünn besiedeltes Land. Dass es uns gefallen hat liegt nicht zuletzt an unserem Guide Otgoo (vielen Dank nochmals an dieser Stelle), er war nie müde auch die noch so abstruse Frage von uns zu beantworten und hat uns das Land so gezeigt wie wir es sehen wollten. Weniger gefallen haben uns die langen Distanzen und die Rumpelpisten – aber das ist wohl der Preis den es zu zahlen gilt. Gefallen haben uns auch die Ger-Camps, wenn sie auch von unterschiedlichen Standards waren. 

Wir nehmen viele schöne Eindrücke mit – und wer weiss vielleicht kehren wir mal zurück

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Aktuell sind wir unterwegs von Ulaanbaatar nach Peking – stay tuned!