Anreise nach Alice Springs

Nachdem wir die Ostküste von Australien in Sydney haben ausklingen lassen, machten wir uns auf den Weg nach Alice Springs. Das hiess für uns mal wieder die Flugpackung zu erstellen und von Sydney nach Alice Springs zu fliegen. Wiedermal hatten wir Glück und kamen mit Gepäck an und baldschon waren wir mit dem Taxi unterwegs zur Campervermietung, wo bereits unser Toyota Landcruiser 70 mit Rooftop-Tent auf uns wartete!

Fahrzeugübergabe in Alice Springs
Fahrzeugübergabe in Alice Springs

Alice Springs

Nachdem wir uns mit den Mietbedingungen von unserem Landcruiser vertraut gemacht hatten und eine kurze Einführung hinter uns gebracht hatten, ging’s auch schon los. Das erste Mal seit langem wiedermal ein handgeschaltetes Fahrzeug (und dann auch noch mit der linken Hand). Aber gelernt ist gelernt, es klappte von Anfang an ganz ok. Da wir nach Alice Springs ziemlich bald auf uns allein gestellt sein würden, ging’s zuerst in den Supermarkt, wo wir für die nächsten 8 Tage einkaufen gingen. Unter anderem auch genügend Trinkwasser & Gas. Nachdem wir uns auch noch über die benötigten Permits erkundet hatten, es braucht nur eines – welches sich nicht vordatieren lässt und erst kurz vor der pflichtigen Strecke gekauft werden kann, fuhren wir auf einen nahegelegenen Campingplatz um zu schauen, ob wir das Zelt aufstellen können und auch wirklich nichts fehlt. Nicht ganz ohne Fluchwörter klappte das Aufstellen aber schlussendlich. Leider machte sich auch bald das Wüsten-Winterklima bemerkbar, kaum war die Sonne weg, war’s bitterkalt, nicht zum letzten Mal wie wir erleben mussten…

Camper auf dem Campingplatz „Temple Bar“
Camper auf dem Campingplatz „Temple Bar“

West MacDonnell National Park

Nach Alice Springs fuhren wir dann, als wir mit klammen Fingern endlich das Auto abfahrtsready hatten, Richtung Westen zum MacDonnell National Park, in welchem sich auch der berühmte Larapinta-Walking-Trail befindet. Dieser Fussweg führt über den ganzen Nationalpark bis nach Alice Springs.

Bald nach Alice Springs nahmen die Fahrzeuge auf der Strasse drastisch ab, die Qualität der Strasse auch. Nach einigen schönen Gorges, die ausserdem für die Aborigines eine grosse Bedeutung haben, suchten wir dann bei Redbank Gorge unser Nachtlager auf. Diesmal in einem Nationalpark-Camp, wo’s ausser einem Plumpsklo keine richtige Infrastruktur gibt. Ausserdem war die Zufahrtstrasse 4WD-only, kein Problem für unser Landcruiser. Eher dann noch für uns, das Geschüttle geht schon nach kurzer Zeit gehörig auf die Nerven. 

Lookout vom Serpentine Gorge
Lookout vom Serpentine Gorge

Eine sternenklare Nacht und ein Topf Pasta hellten die Stimmung wieder auf. Patrick durfte noch mit einer Wildkatze Bekanntschaft machen, welche sich aber auf Distanz hielt. Dank unserem Expeditions-Schlafsack gab’s schlussendlich aber eine warme Nacht, es sei denn man musste in der Nacht mal raus…

Mount Sonder

Bereits in der Redbank Gorge galt es nur knapp 10 km mit dem Landcruiser an den Start der Mount-Sonder-Wanderung (ein Teil des Larapinta-Trails) zurückzulegen. Von da aus ging auf die 8 km (ein Weg) bis zum 4t-höchsten Gipfel des Northern Territory. Auf dem Weg trafen wir nur ganz wenige andere Verrückte, was wohl auf den langen und teilweise doch steilen Weg zurückzuführen ist. Ausserdem gibt es dort keinen Mobiltelefon-Empfang (bzw. der ist schon knapp nach Alice Springs weg). Nach langem Auf- und Ab mit spektakulärer Fernsicht, alle anderen Berge sind tiefer, erreichten wir den Gipfel und genossen die 360° Aussicht. Wieder ein lohnenswerter Gipfel auf unserer Liste abgehakt. Der Rückweg erfolgte auf dem gleichen Weg und war wegen zunehmender Hitze nicht viel weniger anstrengend als der Aufstieg.

Aufstieg Mount Sonder
Aufstieg Mount Sonder
Gipfel Mount Sonder
Gipfel Mount Sonder

Nach der Wanderung holten wir uns in Glen Helen (kleines Resort mit Tankstelle und Handy-Empfang) noch das Permit für den Mereenie-Loop und entschlossen uns, die Nacht nochmals in der Redbank Gorge (etwas weiter oben) zu verbringen. Eine weitere, abgeschiedene Nacht mit spektakulärem Ausblick und wunderschönem Sternenhimmel. So macht Campen wirklich Spass!

Mereenie-Loop

Nach dem MacDonnell Nationalpark besuchten wir den Gosse Bluff, ein Meteoritenkrater mit etwa 5 km Durchmesser. Die Hinfahrt war wiedermal 4WD-only und die Sandpassagen waren gar nicht mal so ohne, gelangen uns aber ohne weitere Schwierigkeiten. Der Krater und die Vegetation darin war den Besuch wirklich wert – und wie üblich war auch diese Sehenswürdigkeit gut beschildert und im Schuss.

Danach war’s dann aber an der Zeit für das fahrerische Kernstück des Red Center Ways, den Mereenie-Loop. Diese Wegstrecke führt fernab von der Zivilisation durch den Outback zum Watarrka Nationalpark, von dem wir dann ultimativ zum Ayers Rock (Uluru) gelangten. Die Strecke war sandig und trocken und eine grosse Herausforderung für den Landcruiser und seine Insassen – und natürlich auch für die Beladung. Zum Teil hat es so geschüttelt, dass wir dachten der Toyota fällt in seine Einzelteile, was er zum Glück nicht tat. Im tiefen Sand gab auch so einige bange Momente, aber schlussendlich kamen wir heil am Ende der Strecke an und fanden einen Stellplatz beim Kings Canyon. Diesen Durchbruch feierten wir im kleinen Pub auf dem Campingplatz!

Mereenie Loop
Mereenie Loop

Kings Canyon

Eigentlich wollten wir den Kings Canyon überspringen. Nachdem wir aber auf dem Campingplatz eindrucksvolle Fotos davon gesehen hatten, mussten wir uns auch den Kings Canyon ansehen. 

Der Kings Canyon ist eine eindrucksvolle Schlucht die wie aus dem Felsen gefräst erscheint. Dies natürlich mit der typisch rötlichen Farbe. Anstatt wie andere Schluchten durch Erosion zu entstehen, ist dieser Canyon auf Sandstein gelegen, welcher schneller wegerodiert ist und die schweren, höhergelegenen Blöcke sind aufgrund der fehlenden Unterlange abgebrochen. Darum ist der Fels so scharfkantig.

Um den Canyon gibts einen Weg, der mit etwas Kondition und Schwindelfreiheit gut zu meistern ist und tolle Ausblicke bietet. Was für ein tolles Stück Fels!

Kings Canyon
Kings Canyon

Auf der weiteren Strecke Richtung Ayers Rock fanden wir dann noch den Mount Conner. Böse Zungen sagen dazu auch „Fuluru“, weil er aus der Ferne einige Gemeinsamkeiten mit dem Ayers Rock hat. 

Einige Fahrstunden später waren wir dann im Camping Platz des Ayers Rock, der bereits ausgebucht war. Wir durften aber unser Nachtlager im „Overflow“ aufstellen.

Uluru – Ayers Rock

Nach einer nicht ganz so ruhigen Nacht auf dem Overflow-Camping (der Platz befindet sich nämlich in der Nähe der Stromerzeugungsanlage) fuhren wir zum Uluru im gleichnamigen Nationalpark. Zuoberst auf der Wunschliste stand dabei den Gipfel erstmals/nochmals zu erklimmen. Noch ist die Gipfelbesteigung möglich bzw. geduldet. Ab dem 26. Oktober dieses Jahres wird die Besteigung aber verboten sein. Dies weil die Aborigines diesen Berg als heilig betrachten und sich mit dem Australischen Staat auf ein Verbot einigen konnten. 

Kurz vor 10 Uhr starteten wir unseren Aufstieg (gut ausgerüstet wie immer) Richtung Gipfel. Angesichts des näherrückenden Verbots, war auch ganz schön was los auf dem Aufstieg. Teilweise ist dieser auch ganz schön steil und ausgesetzt – z.T. noch durch Ketten gesichert.  Mit unserer Ausrüstung mussten wir uns auch diesmal wieder Sprüche anhören, kamen dafür aber problemlos hoch. Patrick war vor 19 Jahren schon auf dem Uluru und auch dieses Mal wieder absolut fasziniert von dem Berg, welcher auch Selina gleich in den Bann gezogen hat. Ein eimaliges Erlebnis, zumal wir den Gipfel während gut 20 Minuten fast komplett für uns alleine hatten.

Gipfel vom Uluru
Gipfel vom Uluru

Nach dem Uluru fuhren wir um den Berg herum, um ihn aus allen Perspektiven zu begutachten und dann weiter zu den Olgas, die nicht minder interessant, jedoch weniger bekannt sind. Im Gegensatz zum Uluru lassen und liessen sich die Olgas nicht erklimmen. Aber von der Farbe und der Form sind sie auch ein absolut faszinierende Gebilde. Einige „Gorges“ lassen sich zu Fuss erkunden, was wir uns nicht nehmen liessen.

The Olgas vom Uluru aus fotografiert
The Olgas vom Uluru aus fotografiert

Baldschon mussten wir uns auf die Rückfahrt zum Uluru machen, um den Sunset nicht zu verpassen. Wie sich der Berg in der schwindenden Sonne ständig verändert gehört zweifelsohne zu einem der grössten Erlebnisse im australischen Outback!

Uluru beim (beginnenden) Sunset
Uluru beim (beginnenden) Sunset

Rückfahrt nach Alice Springs

Danach hiess es bereits zurück nach Alice Springs. Auf dem Weg nahmen die Temperaturen ab und er Wind massiv zu, sehr zu unserem Unbehagen. Denn teilweise hatten wir das Gefühl der Wind trage uns samt Camper und Rooftop-Zelt weg. Selbstredend war die Schlafqualität nicht ganz auf 5*-Niveau… 

In Alice Springs angekommen blieb uns noch den Camper zur Abgabe vorzubereiten und unser Gepäck für die Reise nach Tasmanien bereitzumachen. 

Toyota Landcruiser 70

Unser Toyota mit Camper-Anpassungen hat uns zuverlässig über noch so hohe Absätze und durch tiefen Sand gebracht. Intensives Geschüttle und Staub konnten der Maschine weniger anhaben als uns Insassen.

Auch als Elektro-Mobilitäts-Enthusiasten sind wir dem Charme dieses Fahrzeugs erlegen. Wenn auch Fahrkomfort, Elektronik, Verbrauch, Schaltung etc. eher dem eines Traktors gleichen, haben wir den Toyota irgendwie ins Herz geschlossen. Für das Outback, wo man wirklich auf langen Distanzen komplett auf sich alleine gestellt ist, ist das Fahrzeug perfekt, zumal man mit einer Tankfüllung auch unter Offroad-Bedingungen über 1000km weit kommt. Die 11 Liter Diesel pro 100 km Verbrauch gehen unter diesen Bedingungen durchaus in Ordnung.

Toyota Landcruiser 70
Toyota Landcruiser 70